Steuervorabanforderungsverfahren

 

Mit einer E-Mail vom 06.04.2020 hatte das Finanzministerium darüber informiert, dass das maschinelle Vorabanforderungsverfahren für den Veranlagungszeitraum 2019 vor dem Hintergrund der Corona-Krise bis zum 31.07.2020 ausgesetzt werden soll und nur in besonderen Einzelfällen eine Vorabanforderung erfolgt (wir berichteten hier: https://www.stbk-sh.de/vorabanforderungsverfahren/). Aufgrund der im März/April nicht absehbaren positiven Entwicklungen sowie der nachfolgend aufgeführten Überlegungen das Finanzministerium jedoch nunmehr die Entscheidung getroffen, mit der Vorabanforderung von Steuererklärungen bereits ab dem 03.07.2020 zu beginnen.

Bei einem Aussetzen des Verfahrens bis zum 31.07.2020 hätte sich die Vorabanforderung der Steuererklärungen lediglich auf die Monate August und ggf. noch September konzentriert. Nunmehr kann die Vorabanforderung auf die Monate Juli, August und ggf. noch September ausgedehnt werden, wodurch sich in der Folge auch die Fristen für die Abgabe der Steuererklärungen (4-Monats-Frist nach § 149 Abs. 4 S. 2 AO) auf die Monate November, Dezember und ggf. noch Januar verteilen. Im Hinblick auf die Arbeitssteuerung sehen wir bei diesem Vorgang Vorteile sowohl für die Finanzämter als auch für die Steuerberater, da einerseits für die Erstellung der vorabangeforderten Steuererklärungen ein längerer Zeitraum zur Verfügung steht und sich andererseits in den Finanzämtern der Eingang der vorabangeforderten Steuererklärungen auf einen längeren Zeitraum verteilt.

Schreiben des Finanzministeriums des Landes Schleswig-Holstein vom 18. Juni 2020.